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hr-iNFO Kultur: Trends und Hintergründe

Das Magazin über Trends und Hintergründe aus der Kulturszene von hr-iNFO.

Jüdisches Theater Frankfurt

Jüdisches Unterhaltungstheater in und für die Stadt Frankfurt und die Welt - nicht kleiner ist der Anspruch, den sich die Macher eines neuen jungen Ensembles auf die Fahnen geschrieben haben. Geleitet wird das neue jüdische Theaterprojekt von Alexandra Bentz. Wir sprechen in dieser Ausgabe von Hr-Info Kultur mit Alexandra Bentz über dieses neue Theaterprojekt und darüber, was jüdisches Theater überhaupt ist oder sein will.

Leben und Überleben im Krieg – damals und heute

Der russische Überfall auf die Ukraine jährt sich in diesen Tagen zum zweiten Mal. Die deutsch-amerikanische Autorin und Illustratorin Nora Krug hat eine ukrainische Journalistin und einen russischen Künstler im ersten Kriegsjahr jede Woche nach ihren Erlebnissen und Gedanken befragt und daraus ein illustriertes Tagebuch gemacht: „Im Krieg“. Dagmar Fulle spricht mit ihr darüber, warum es zu kurz greift, die Betroffenen in Kategorien wie „Täter“ und „Opfer“ einzuteilen, über die Dinge, die die Ukrainerin und der Russe am meisten vermissen und über die Frage nach Gehen oder Bleiben. Außerdem: „Marseille 1940“ - die nahezu unbekannte Geschichte des jungen New Yorker Journalisten Varian Fry, der mit seinem Netzwerk rund 2000 Menschen im damals von Deutschland besetzten Frankreich das Leben rettete, darunter Hannah Arendt, Lion Feuchtwanger, Max Ernst, Marc Chagall oder Anna Seghers. Der Journalist und Autor Uwe Wittstock erzählt sie in seinem neuen Buch.

Hast Du Töne?! Stummfilme und ihre Musik

"Das Cabinet des Dr. Caligari" aus dem Jahr 1920 ist ein Klassiker des expressionistischen Stummfilms. Karl Bartos, früher Teil der Band Kraftwerk, hat diesen Film in jahrelanger Arbeit komplett neu vertont und geht damit jetzt von Frankfurt aus auf Deutschlandtour. Wir sprechen mit ihm und mit Bernd Thewes, der die Musik zu Arnold Fancks nicht minder spektakulären Stummfilm "Der Heilige Berg" (1926) neu orchestriert und synchronisiert hat und dessen Fassung mit dem hr-Sinfonieorchester unter der Leitung von Frank Strobel aufgeführt und eingespielt wird.

Aufziehen, Abdrücken, Warten - die Rückkehr der Analogfotografie?

Tausende Fotos auf dem Smartphone. Schöne Momente beim Konzert, beim Sport, bei Begegnungen oder Festen versinken in einem Meer hochgehaltener Handys. Was am Ende bleibt, ist oft nur ein mittelmäßiges Bild, das niemand mehr anschaut, vergessen irgendwo zwischen den Fluten von Dateien auf irgendeiner Festplatte. Immer mehr junge Menschen wollen dem etwas entgegensetzen. Entschleunigen. Und setzen wieder auf die analoge Fotografie. Mit Film zum Einlegen, manuellen Einstellungen und gespannter Wartezeit, ob die Bilder „was geworden“ sind. Startups bieten wieder Filmentwicklung und erfahrene Profis Unterstützung für die analoge Kamerawelt.

Die Macht des Erzählens – Von Geschichte(n) und Sichtbarkeit

Wer die gesellschaftliche Macht hat, definiert meist auch, wer in der Geschichte vorkommt - und wer nicht. Und er oder sie definiert damit auch, wer in der Gesellschaft heute sichtbar ist - und wessen Geschichten kaum gehört oder gesehen werden. Einige dieser nichterzählten Geschichten sollen heute Gelegenheit bekommen, gehört zu werden. Warum wurde die Wiesbadenerin Margot als Kind zwangssterilisiert? Und warum bringt die Liebe zweier junger Menschen im Senegal eine ganze Dorfgemeinschaft ins Wanken?

Schimpfen ist gesund - aber wie! Kleine Kulturgeschichte

Sie machen es und jeder und jede macht es: Schimpfen und Fluchen. Dabei entflieht unseren Mündern allerhand Fäkales oder Sexuelles. Jedenfalls keine guten Wörter, sagt die Germanistin Oksana Havryliv. Sie beschäftigt sich seit 30 Jahren mit Schimpfwörtern und hat dazu ein neues Buch geschrieben: "Ein Depp, wer dieses Buch nicht kauft", erschienen im Klompettmedia-Verlag.

Im Gespräch mit Oksana Havryliv schauen wir auf hessische Schimpfwörter. Die können sehr harmlos daherkommen und dennoch beleidigend und ausgrenzend sind.

Der Holocaust Gedenktag: Wie geht Erinnern heute?

Am 27. Januar wird weltweit an die sechs Millionen Jüdinnen und Juden erinnert, die während der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden. Dazu zählen auch hunderttausende Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, politisch Andersdenkende und Homosexuelle. Der Holocaust-Gedenktag dient als Mahnmal gegen Rassismus, Hass und Intoleranz und soll die Gräueltaten, die im dritten Reich begangen wurden, in Erinnerung halten. - Auch um zu verhindern, dass vergleichbare Verbrechen gegen die Menschlichkeit wiederholt werden.

In Deutschland sowie weltweit finden am 27. Januar, aber auch um dieses Datum herum, zahlreiche Veranstaltungen statt. Da es immer weniger Überlebende des Holocaust gibt, stellt sich immer dringlicher die Frage, welche Formen des Erinnerns es geben kann, geben muss, damit der Genozid an den Jüdinnen und Juden, aber eben auch die Geschichten derer, die ihn überlebt haben, nicht in Vergessenheit geraten.

In dieser Sendung soll es darum gehen, wie Erinnerungskultur heute und in Zukunft aussehen kann. Welche Formen des Erinnerns brauchen wir, um auch junge Menschen weiterhin zu erreichen, welche Bedeutung kommt hier der Kultur zu und welche Rolle können Museen übernehmen?

Von Frauen, nicht nur für Frauen: British Books für lange Leseabende

Florence Butterfield und die Nachtschwalbe (The Night In Question): Mit einer 87-jährigen Protagonistin, die in einem Altenheim lebt und dort nicht nur einen Mord aufklärt, sondern vor allem ihr ganzes Leben Revue passieren lässt. Ein warmherziges Buch voller Lebensweisheit. Autorin Susan Fletcher erzählt Dagmar Fulle, wie die Idee dazu entstand, worum es ihr geht und warum sie einen so sehr liebevollen Blick auf alte Menschen hat.

Rechte Angriffe auf die Kunstfreiheit

Über 100 Übergriffe von Neu-Rechten auf die Kunstfreiheit hat der Journalist und Autor Peter Laudenbach dokumentiert. Die Folge dieser Übergriffe ist eine Verunsicherung der Theatermachenden und der Kunstschaffenden. Vor allem in jenen Städten und Kommunen, wo die AfD politisch sehr stark ist, stehen Kunst und Kultur unter Druck. Eine Art Selbstzensur hat sich dort etabliert.

Messeturm & mehr – Frankfurt und seine Architektur

Wenn wir unsere gebaute Umwelt erkunden wollen, dann helfen uns Architekturführer. Bücher, die uns den Weg weisen zu interessanten Gebäuden, die uns aufklären über Baugeschichte und Gestaltung. Eine besondere Reihe von Architekturführern für Frankfurt und Umgebung erscheint seit Jahren im Junius Verlag. Sie nimmt – beginnend mit den 1950er-Jahren – immer ein Jahrzehnt in den Blick, rückt subjektiv ausgewählte Architekturen in den Fokus und schärft den Blick für handwerkliche und gestalterische Details. Christoph Scheffer spricht darüber mit dem Herausgeber Wilhelm Opatz.

Gegen Antisemitismus Haltung zeigen in der Musik

Ob musikalische Idole wie Brian Eno, Roger Waters, Björk oder der Filmemacher Ken Loach …die Liste der Künstler und Künstlerinnen, die sich pro-palästinensisch und gegen Israel äußern, wird immer länger, je länger der Nahostkrieg anhält. Diese Folge wirft einen Blick auf die eher weniger beachtete Seite: Künstlerinnen und Musiker, die sich öffentlich gegen Antisemitismus aussprechen, wie die international bekannte Frankfurter Balkan-Pop-Größe Shantel. Er erzählt auch, welche Schwierigkeiten und Nachteile im Musikgeschäft das mit sich bringt.

Funk You! – Florian Wagner bietet Musikkabarett wie noch nie

Florian Wagner ist ein virtuoser Pianist. Außerdem Sänger, Arrangeur, Komponist, Chorleiter und musikalischer Leiter von Musicals. Obendrein ein inzwischen höchst gefragter und mit Preisen überhäufter Musikkabarettist. Wenn er mit seinem Soloprogramm "Funk You" auf der Bühne steht, dann heißt der Running Gag des Abends: "Haben Sie sich schon mal gefragt … wie Mozart 'Atemlos' geschrieben hätte, Bach 'Barbie Girl' oder Tschaikowsky das Pippi-Langstrumpf-Lied?"

Die Ergebnisse sind ebenso verblüffend wie lustig und begeistern ein Publikum durch alle Altersklassen und Musikinteressen – genauso wie eigene Lieder oder ganz neu getextete Versionen großer Hits.

Dagmar Fulle spricht mit Florian Wagner über Verbindungen zwischen Klassik, Pop und Schlager, das Klavier als Lebensgefühl, seine wichtigste Erfahrung auf der Bühne, das Leben als freier Musiker und die Frage, warum er kein Konzertpianist geworden ist.

Huba Huba Tätäräää – Comicpapst André Franquin wird 100

Franquin hat das Marsupilami erfunden, den Büroschlaf durch seine Figur Gaston salonfähig gemacht und die Welt mit Spirou und Fantasio bereist - André Franquin gilt als der wichtigste stilprägende Comiczeichner Europas. In dieser Woche wäre er 100 Jahre alt geworden.

2023 – das besondere Musikjahr

2023 gilt als ein einzigartiges Musikjahr. Und das hat mit zwei Bands zu tun, die schon in den 60ern des vergangenen Jahrhunderts in der Musikszene mitgemischt haben: Den Rolling Stones und den Beatles. Mit dem Song „Now and Then“, eroberten die Beatles im November dieses Jahres die deutschen Single-Charts. Einige Wochen zuvor waren bereits die Stones in den deutschen Album-Charts vertreten. Nach 18 Jahren hatten sie wieder ein Album veröffentlicht. Ein Erfolg, der bemerkenswert ist. Schliesslich muss Popmusik heute mehr bieten als nur sogenannte „Fliessbandmusik“, sagt der künstlerische Leiter und Geschäftsführer der Popakademie Mannheim, Derek von Krogh. Wir sprechen mit ihm in dieser Ausgabe von hr-Info Kultur

Rest In Peace: Sie haben die Welt 2023 verlassen – ihre Musik bleibt

Vom leisen kanadischen Liedermacher Gordon Lightfoot bis zum Gitarrenzauberer Jeff Beck, von Burt Bacharach, einem der erfolgreichsten Songschreiber der Popgeschichte, bis zu Alt-Hippie David Crosby, vom Calypso-König Harry Belafonte bis zur Pop-Rock-Soul-Queen Tina Turner - auch in diesem Jahr sind wieder viele endgültig von der Bühne abgetreten, die in den letzten Jahrzehnten an der Geschichte der populären Musik mitgeschrieben haben. Ihre Songs aber bleiben. Dagmar Fulle erinnert noch einmal an diese Menschen und ihre Musik.

"Weihnachten in Prag" – Ein Gespräch mit Jaroslav Rudi

Aus Prag kommen in diesen Tagen schreckliche Nachrichten von Schüssen an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität direkt an der Moldau, von vielen Toten und Verletzten. Das soll nicht vergessen werden, wenn wir hier – trotz allem – über den Zauber von Prag sprechen. Über das besondere Licht dieser Stadt. Über magische Begegnungen beim Bier. Über Kneipen, in denen man sich auch in der Heiligen Nacht verlieren kann. Über all das hat der tschechische Autor Jaroslav Rudis ein hübsches Buch geschrieben mit dem schlichten Titel "Weihnachten in Prag" (Luchterhand) - eine heiter-melancholische Geschichte, wunderschön illustriert von Jaromir Svejdik. Christoph Scheffer spricht mit Jaroslav Rudis über seine Prager Weihnachtsgeschichte.

Martin Sonntag – neuer Leiter der Caricatura Frankfurt

Frankfurt sieht sich als Hauptstadt der Satire. Schließlich entstanden hier die Zeitschriften Pardon und Titanic und die Satiregruppe Neue Frankfurter Schule. Das Caricatura Museum für komische Kunst unterstreicht diesen Anspruch. Dort geht zum Jahreswechsel eine Ära zu Ende: Museumsleiter Achim Frenz geht in Ruhestand und Martin Sonntag folgt ihm - wie schon einige Jahre zuvor, als er von Frenz die Leitung der Caricatura Kassel übernahm. Was will Martin Sonntag anders machen? Was findet er lustig und sind die Zeiten überhaupt zum Lachen?

Neue Bühnen für Frankfurt! – Abschied von der Doppelanlage

Auf dem Weg zu neuen Gebäuden für Oper und Schauspiel ist die Stadt Frankfurt einen großen Schritt weitergekommen. Am Abend des 14. Dezember 2023 beschlossen die Stadtverordneten einen Neubau der Oper am Willy-Brandt-Platz und sie beauftragten den Magistrat zugleich, für den Neubau des Schauspiels konkret über ein Grundstück zu verhandeln, das der Hessischen Landesbank und der Sparkasse gehört. Damit rückt die so genannte „Kulturmeile“ in greifbare Nähe - eine Reihe von Kulturinstitutionen entlang der Wallanlagen, die mit dem Jüdischen Museum am Mainufer beginnt und bis zur Alten Oper reicht. Die neuen Häuser von Schauspiel und Oper wären dann Teil dieser Kultur-Achse. Wie könnten sie aussehen, die neuen Häuser für Oper und Schauspiel? Wie kann man erreichen, dass sie wirklich offen sind für die ganze Stadtgesellschaft und nicht nur für die, die hier am Abend ins Theater gehen? Welche Beispiele für gelungene Bühnen-Bauten gibt es im In- und Ausland? Und warum ist das überhaupt eine so schwierige und teure Bau-Aufgabe? Darüber spricht Christoph Scheffer mit Andrea Jürges, der stellvertretenden Direktorin des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt. Sie ist Mitglied der vom Magistrat berufenen Stabsstelle „Zukunft der Städtischen Bühnen“. Und sie hat sich intensiv mit Bühnenbauten im internationalen Vergleich beschäftigt - unter anderem für die Ausstellung „Große Oper - viel Theater?“ im Deutschen Architekturmuseum.

Gemeinsam! Filme von Frauen über Frauen – für alle

60 Kurz- und Langfilme aus über 100 Jahren Filmgeschichte flimmern bei "Remake", den Frankfurter Frauen Film Tagen über die Leinwand. Die Kuratorinnen der Kinothek Asta Nielsen haben aus ihrem Archiv und darüber hinaus einige interessante Schätze zusammengetragen unter dem Motto "Gemeinsam...! Nähe, Verantwortung und Solidarität mit Anderen". Wie wird dieses Thema in den ausgewählten Filmen umgesetzt? Welche Rolle spielt dabei z.B. die Frankfurter Dokumentarfilmerin Edith Marcello? Und: gibt es tatsächlich diesen vielbeschworenen "weiblichen Blick" durchs Kamerauge? Wir fragen Festivalleiterin Gaby Babic und werfen darüber hinaus auch international einen Blick auf die Situation von Frauen in der Filmbranche.

Märchen und Verbrechen

Die Vorweihnachtszeit ist die Zeit der Märchen. Auf Bühnen gespielt oder ganz klassisch aus dicken Büchern vorgelesen. Eigentlich aber sind viele Märchen ganz schön grausam. Nicht nur bei Hänsel und Gretel, die die Hexe am Ende bei lebendigem Leib im Backofen verbrennen – nachdem die wiederum die Kinder hatte essen wollen. Von solchen Grausamkeiten hin zu echten Verbrechen, also "True Crime", ist der Weg nicht weit. Diese Idee steht hinter der erfolgreichen Podcast-Serie "Märchen und Verbrechen".

Die Leidenschaft vom Sammeln

Nicht nur Tassen oder Zuckertütchen aus aller Welt werden gesammelt. Nein, die Bandbreite dessen, was Menschen sammeln, ist ziemlich weit aufgestellt. Vom Kugelschreiber, zu wertvollen Briefmarken, Platten aus Vinyl oder Kunstobjekten. Gesellschaftlich werden da große Unterschiede gemacht, sagt Kulturwissenschaftlerin Denise Wilde. Wir sprechen im Laufe der Sendung mit ihr, denn Denise Wilde hat das Thema "Sammeln" wissenschaftlich untersucht und ist zu erstaunlichen Erkenntnissen gekommen.

Alle älteren Folgen von "hr-iNFO Kultur" sind hier in der Audiothek zu finden.

NDR | 30 min | wöchentlich
Eine Produktion des Hessischen Rundfunks

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