Podcast

Die Bach-Kantate mit Maul & Schrammek

Vor mehr als 300 Jahren hat Johann Sebastian Bach seine etwa 200 Kantaten komponiert. Waren sie damals Gebrauchsmusik für den Gottesdienst, so sind sie heutzutage wahre Kultobjekte und begeistern Bach-Fans auf der ganzen Welt. Im Podcast erzählen Bernhard Schrammek und Michael Maul locker und charmant von ihrer Leidenschaft für Bach und nehmen jeweils eine Kantate genauer unter die Lupe.

Seine rund 200 geistlichen Kantaten schrieb Johann Sebastian Bach vor mehr als 300 Jahren als Gebrauchsmusik für den Gottesdienst, aufzuführen an jedem Sonn- und Feiertag im Kirchenjahr an Bachs einstigen Wirkungsstätten in Mühlhausen, Weimar, Köthen und Leipzig. Bis heute begeistern diese Kantaten Musikliebhaberinnen und -liebhaber aus aller Welt, spenden Trost, rühren Menschen zu Tränen – jenseits ihrer Religion, ihrer Hautfarbe und Nationalität.

Die Bach-Kantate: "Schwingt freudig euch empor", BWV 36

Das dritte Podcast-Jahr beginnt mit einer freudigen Adventskantate, deren Musik Bach allerdings auch in vier anderen Fassungen verwendet hat. Ein Flickenteppich? Keineswegs!

Die Bach-Kantate: "Falsche Welt", BWV 52

Das Libretto dieser Sopran-Solokantate am Ende des Kirchenjahres spricht sichl für eine Abkehr von allem weltlichen Glanz aus. Bach stellt an den Beginn ausgerechnet einen seiner glänzendsten Konzertsätze. Selbstironie?

Die Bach-Kantate: "Ich armer Mensch, ich Sündenknecht", BWV 55

Heute gibt es eine Rarität: Bachs einzige Solokantate für Tenor. Maul & und Schrammek fragen sich ernstlich, weshalb ausgerechnet der Tenor der Sündenknecht sein muss.

"Die Bach-Kantate: Ach, ich seze, itzt, da ich zur Hochzeit gehe", BWV 162

Als Begleitmusik zum Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl schafft Bach in seiner Weimarer Zeit eine himmlisch schöne Musik – glaubwürdig und ohne falschen Pomp.

Die Bach-Kantate: "Was Gott tut, das ist wohlgetan", BWV 98

Gleich dreimal hat Bach seinen mutmaßlichen Lieblingschoral an die Spitze einer Kantate gesetzt. Im Vergleich zu den beiden "Schwestern" ist die heutige Version schlicht und verzichtet auf den Schlusschoral. Warum?

Die Bach-Kantate: "Gott der Herr ist Sonn und Schild", BWV 79

Hörner statt Trompeten wählt Bach zum Reformationstag 1725, um den katholischen Landesherrn nicht zu verärgern. Im Subtext findet sich aber durchaus manche Spitze gegen Papst und Kurfürst.

Die Bach-Kantate: "Ach, ich seze, itzt, da ich zur Hochzeit gehe", BWV 162

Als Begleitmusik zum Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl schafft Bach in seiner Weimarer Zeit eine himmlisch schöne Musik – glaubwürdig und ohne falschen Pomp.

Die Bach-Kantate: "Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen", BWV 48

Der Mensch, ein hoffnungsloser Fall. So könnte man das Thema dieser Kantate auf den Punkt bringen. Bach beginnt die Kantate auch mit einem ziemlichen Lamento, macht aber gleichzeitig auch himmlische Erlösung hörbar.

Die Bach-Kantate: "Gott soll allein mein Herze haben", BWV 169

Eigentlich geht es in dieser Solokantate um die Gottesliebe und die Abkehr von der Welt. Musikalisch steht die Solo-Orgel im Mittelpunkt. Eitles Organistengehabe oder widmet Bach hier dem Höchsten sein Herzensinstrument?

Die Bach-Kantate: "Ach lieben Christen, seid getrost", BWV 114

Ein Trost- und Bußlied steht im Mittelpunkt dieser Kantate; Bach bevorzugt hier sehr ernste Klänge und präsentiert eine Tenorarie, in der die Ausweglosigkeit Programm ist.

Die Bach-Kantate: "Christus, der ist mein Leben", BWV 95

Drei Sterbechoräle stellt Bach in dieser Kantate an den Beginn und verknüpft sie in berührender Weise miteinander. Zum Schluss des Stückes lässt er durch ein sanftes Zupfen der Streichinstrumente die Totenglocken läuten.

Die Bach-Kantate: "Herr Gott, dich loben alle wir", BWV 130

Am Michaelisfest waren die Leipziger Kirchen sicher voll, denn Kaufleute und Adlige aus ganz Europa weilten zur Handelsmesse in der Stadt. Da musste der Thomaskantor natürlich eine besonders feierliche Kantate aufführen.

Die Bach-Kantate: "Was Gott tut, das ist wohlgetan", BWV 99

Diesen Choral mochte Bach ganz besonders und hat gleich drei Kantaten darüber komponiert. Die Choralkantate von 1724 hat einen außergewöhnlich konzertanten Anspruch. Wer hat da wohl die virtuose Traversflöte gespielt?

Die Bach-Kantate: "Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe", BWV 25

Eine "Oberarzt-Kantate" mit vielen medizinischen Begriffen hat Bach an diesem Sonntag komponiert: Diagnose, Therapie und Heilung inbegriffen. Ohne Risiken und Nebenwirkungen.

Die Bach-Kantate: "Du sollst Gott, deinen Herren, lieben", BWV 77

Das Gesetz der Nächstenliebe meißelt Bach mit höchster Raffinesse in den Eingangschor dieser Kantate hinein und zitiert dabei auch Luthers Choral „Dies sind die heilgen zehn Gebot“.

Die Bach-Kantate: "Geist und Seele wird verwirret", BWV 35

Für die Umsetzung eines weiteren Textes von Georg Christian Lehms besetzt Bach seine Kantate mit Alt-Solo, Orgel-Solo und Orchester. Saß er etwa selbst an der Orgel?

Die Bach-Kantate: "Wir danken dir, Gott, wir danken dir", BWV 29

Zur Ratswahl feiert sich die Stadt selbst. Bach und sein Librettist stellen 1731 in ihrer Kantate mit wirkungsvollen Musikeffekten und einprägsamen Metaphern Leipzig als "centre of the universe" in den Mittelpunkt.

Die Bach-Kantate "Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben", BWV 102

Buße, Buße, Buße – das sind die drei Themen dieser Kantate. Bach setzt das metaphernreiche Libretto enorm differenziert um, wenn es um den "harten Fels", den "verstockten Sinn" oder den "Fuß von Blei" geht.

Die Bach-Kantate "Siehe zu, dass deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei", BWV 179

Die Sodomsäpfel spielen eine zentrale Rolle in dieser Kantate, als Metapher für den Pharisäer, der nur nach außen ein gutes Bild abgibt, nach innen aber verdorben ist.

Die Bach-Kantate: "Tue Rechnung, Donnerwort", BWV 168

Heute geht es um den Mammon – und dazu hat Bach 1725 ein altes Weimarer Libretto von Salomon Franck aus der Schublade geholt. Wollte er damit die Leipziger Kaufleute ermahnen? Oder war er selbst Finanzmakler?

Die Bach-Kantate: "Wo Gott der Herr nicht bei uns hält", BWV 178

Diese Choralkantate hält heftige Angriffe gegen die "taumelnde Vernunft" bereit. Setzt Bach hier etwa zum Aufklärungs-Bashing an? Außerdem heute im Bachschen Portfolio: ein Proportionskanon.

Im Podcast "Die Bach-Kantate mit Maul und Schrammek" erzählen der renommierte Bachforscher und Intendant des Bachfestes Leipzig, Michael Maul, und der Musikjournalist Bernhard Schrammek locker und charmant von ihrer Leidenschaft für Bach. Dabei gehen sie der Frage nach: Wie gelingt es Bach, Grenzen zu überwinden? Welche Codes nutzt er dafür? Aus welchem persönlichen Umfeld heraus hat er die Kantaten komponiert? Was sind ihre besonderen musikalischen Momente? Was macht sie bis heute zum "Kult-Objekt" für Bach-Fans in aller Welt?

Klassische Musik

Vom Kammerkonzert bis zum Orchesterabend: Klassische Musik begeistert durch ihre Vielfalt und Virtuosität.

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