Kurzporträt

Non-Binary im Musikgeschäft: AYMZ fühlt sich weder als Frau noch als Mann

Bekannt wurde AYMZ als Amy Wald, Singer/Songwriterin aus Salzburg. 2022 hat Amy das Soloprojekt umbenannt in AYMZ und kehrt zu ihren Rock-Wurzeln zurück.

Alles begann mit einer Kindergitarre, die Amy während eines Auslandsaufenthaltes in England auf dem Dachboden der Gastfamilie fand. Zurück in Salzburg gründet they eine Band und feiert erste Erfolge. Nach wenigen Monaten stirbt Leadgitarrist Martin bei einem Motorradunfall.

Der große Verlust zwingt Amy, sich neu auszurichten, aber they lässt sich nicht unterkriegen, kündigt stattdessen den Job und geht solo auf Tour mit einer selbst organisierten Straßenmusiktour. Schlafplätze werden dabei über Instagram organisiert. Innerhalb kürzester Zeit etabliert sich Amy dank der energiegeladenen Liveshows. Es folgen immer fetter produzierte Popsongs2, aufwändig gedrehte Videos und der rasche Aufstieg zur Identifikationsfigur für junge LGBTQIA+ Menschen in Österreich und Deutschland. Der Song "Mehr Als Nur Ein Like" steht für mehrere Wochen auf Platz 1 der Ö3-Austrocharts und auf Platz 2 der Ö3-Hörercharts.

Im Februar 2020 spielt Amy Support für Conchita Wurst in Deutschland. Während der anschließenden Corona-Pandemie hat bleibt erstmals viel Zeit für Selbstreflexion nach dem Karrierestart. Mit dem Outing als nicht-binär wird das Soloprojekt in AYMZ umgetauft. Auch musikalisch erfindet AYMZ sich neu und kehrt zurück zu den Rock-Wurzeln. Mit der Single "X" verabschiedet sich AYMZ musikalisch von der alten Zeit als Amy Wald. Ein riskante Entscheidung, doch der anhaltende Erfolg gibt AYMZ Recht.

WDR | 2022 | 17 Min.
Ein Beitrag von Aline Müller
Redaktion: Rockpalast
Eine Produktion des Westdeutschen Rundfunk

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