Podcast

Kosmos Musik – Der Wissens-Podcast mit Suzanna Randall

Wie klang der Urknall? Macht Klavierspielen intelligent? Und warum ist Singen gut fürs Immunsystem? Astronaut:innen-Trainee und Musikfan Suzanna Randall bringt Musik und Wissenschaft zusammen. In der ersten Staffel von "Kosmos Musik" befragt sie Expertinnen und Experten aus Neurologie, Soziologie oder Archäologie, immer den großen Rätseln der Musik und den neuesten Forschungen auf der Spur. Ob Mozart-Effekt, Glückshormone oder das Geheimnis der Kastraten – Suzanna macht Kompliziertes verständlich, vermittelt wissenschaftliche Erkenntnisse unterhaltsam und erklärt, wie Musik eigentlich funktioniert.

Hierarchie und Harmonie im Chor

Mit Julia Selina Blank, Chordirigentin

in Chor ist ein Mikrokosmos: Viele verschiedene Menschen kommen zusammen, alle haben ihre Meinungen und Vorstellungen. Am Ende soll jedoch ein homogener Klang entstehen. Welche Rolle die Chorleitung dabei spielt, bespricht Suzanna mit der Dirigentin Julia Selina Blank. Sie wohnt in Oslo und leitet seit mehr als fünfzehn Jahren Chöre und Ensembles. Suzanna will herausfinden: Welche Eigenschaften machen eine gute Chorleitung aus? Wieviel Führung und wieviel Freiheit braucht ein Chor? Außerdem beleuchtet die Folge die vielfältige Arbeit des Chor-Managements, gemeinsam mit der Musikmanagerin und Bloggerin Nina Ruckhaber. Und auch Sänger*innen des BR-Chors kommen zu Wort und erzählen, welche wichtigen Aufgaben sie innerhalb ihres Ensembles haben.

Stimmkiller und Wundermittel

Mit Peter Hulin, Phoniater

Gerade in der kalten Jahreszeit passiert es vielen Sängerinnen und Sängern: Ein wichtiges Konzert steht an, doch kurz vor dem Auftritt kratzt es plötzlich im Hals. Die Stimme klingt erkältet, vielleicht sogar heiser. Und nun? Was einer angeschlagenen Stimme wirklich hilft, bespricht Suzanna mit dem Phoniater Dr. Peter Hulin. Er erklärt anschaulich, was einen gesunden Stimmapparat ausmacht und gibt Tipps, welche Hausmittel tatsächlich eine positive Wirkung auf die Stimme haben. Im Gespräch mit ihm deckt Suzanna auf, warum der Begriff "Stimmknoten" irreführend ist und weshalb Sängerinnen und Sänger vor dem Auftritt lieber kein Aspirin einnehmen sollten. Außerdem in dieser Folge: Die Profisänger:innen des BR-Chors verraten ihre ganz persönlichen "Stimmkiller".

Wie funktioniert gutes Einsingen?

Mit Thomas Gropper, Gesangspädagoge

Alle Chöre singen sich am Anfang der Probe ein oder sollten es zumindest tun. Wer das Einsingen weglässt, riskiert - ähnlich wie im Sport -, dass er sich verletzt. Denn auch an den Stimmlippen sind Muskeln beteiligt, die aufgewärmt werden müssen. Aber wie funktioniert richtig gutes Einsingen eigentlich? Natürlich gibt es nicht DIE eine Methode. Aber ein paar Dinge sollte man beachten, damit die Stimme optimal in Schwingung kommt. Der Sänger Thomas Gropper ist unter anderem Professor für Gesangsdidaktik, Stimmbildner und leitet mehrere Chöre. In dieser Podcastfolge spricht er mit Suzanna darüber, wie ein klassisches Einsingen idealerweise aufgebaut ist: Welche Übungen in welcher Reihenfolge? Wozu sind die jeweils gut? Und was sind typische Fehler, die man unbedingt vermeiden sollte? Außerdem erklärt Thomas Gropper, warum das Einsingen nicht nur der Stimme gut tut, sondern auch dem Chor als Gruppe.

Wie erreichen wir den Spitzenchorklang?

Mit Peter Dijkstra, dem Künstlerischen Leiter des Chores des Bayerischen Rundfunk

Alle Chöre streben nach dem perfekten Klang. Vor allem Profichöre müssen sich diesem Anspruch stellen. Aber was zeichnet den Spitzenchorklang eigentlich aus? Was muss alles stimmen? Und geht es dabei nicht auch ganz viel um Geschmack? Peter Dijkstra, der Künstlerische Leiter des Chores des Bayerischen Rundfunks, gibt Einblick in seine Arbeit mit den Profis. Er weiß, worauf bei Intonation zu achten ist, wie Sprache den Klang beeinflusst und wie wichtig die Rolle des Chorleiters oder der Chorleiterin ist: "Als Dirigent kann man einen Klang formen, aber auch brechen." Peter Dijkstra verrät auch, was Laienchöre tun können, um ihren Chorklang zu verbessern.

Chorsingen nach und trotz Corona

Mit Veronika Petzold, der Geschäftsführerin des Deutschen Chorverband 

Corona hat die Chorlandschaft verändert. Das gemeinsame Singen, das jahrhundertelang als gesund galt, wurde plötzlich als Gesundheitsgefahr stigmatisiert. Nun, über zweieinhalb Jahre nach Beginn der Pandemie, macht Suzanna gemeinsam mit Veronika Petzold, der Geschäftsführerin des Deutschen Chorverbandes, eine Bestandsaufnahme: Wie haben die Chöre die Pandemie erlebt? Wie viele Chöre sind geschrumpft, und wo ist Neues aus der Krise erwachsen? Und kann ich jetzt wieder so unbeschwert im Chor singen wie früher? Veronika Petzold erzählt von digitalen Proben und vom Zusammenhalt in den Chören, berichtet vom heilenden Einfluss des Singens bei Long-Covid-Erkrankungen, und sie erklärt, wie man als Wiedereinsteiger ganz unkompliziert einen neuen Chor findet. Außerdem in dieser Folge: ein Rückblick auf die bahnbrechende Aerosolstudie mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks.

Staffel 1

Wie klingt das Weltall?

Mit der Philosophin und Astrophysikerin Sibylle Anderl

Wie klang der Urknall? Kann man Sterne und Gravitationswellen hörbar machen? Und was ist dran an der geheimnisvollen Vorstellung der Sphärenharmonie? In der ersten Podcast-Folge diskutiert Suzanna mit ihrer Astrophysik-Kollegin, der Philosophin Sibylle Anderl, über den Zusammenhang zwischen Musik und Astronomie. Sie erkunden, ob es in der Frühzeit des Universums Schallwellen gab, warum der Sternenhimmel Künstler bis heute anregt und wieso Musik für große Astronomen wie Galilei und Kepler so wichtig war. Und warum auch Suzanna als angehende Astronautin nun in den "Kosmos Musik" aufbricht.

Macht Mozart intelligent?

Mit dem Neurologen und Direktor des Instituts für Musikermedizin Eckart Altenmüller

Musik macht schlau – das hört man immer wieder. Aber stimmt das eigentlich? Kann Musik den IQ steigern? Woher kommt das Glücksgefühl beim Chorsingen? Und was ist wirklich dran am berühmten "Mozart-Effekt"? Suzanna erforscht im Gespräch mit Eckart Altenmüller, was im Gehirn passiert, wenn wir musizieren, warum man mit dem Klavierspielen früh beginnen sollte, und wie man durch bloßes Musikhören degenerative Prozesse im Gehirn aufhalten kann. Außerdem geht es um den Zusammenhang zwischen Vom-Blatt-Spielen und Intelligenz und um die positiven Effekte von Heavy Metal.

Wie klang die Steinzeit?

Mit dem Musikarchäologen Arnd Adje Both

Wann wurde die Musik erfunden? Wie sahen die Instrumente der Steinzeit aus? Und warum machen wir Menschen überhaupt Musik? Der Musikarchäologe Arnd Adje Both hat Schraper aus Rentiergeweih, Schwirrplättchen und Vogelknochenflöten dabei - und erklärt, warum unser Bild vom Steinzeit-Orchester trotz all dieser Funde unvollständig ist. Außerdem spricht Suzanna, die während ihres Astronautentrainings selbst tagelang in einer Höhle verbracht hat, mit ihm über Höhlen-Discos, über den Beitrag der Neandertaler zur kulturellen Entwicklung und über die Frage, wie Außerirdische wohl eines fernen Tages auf die menschliche Musik blicken werden.

Warum macht Singen glücklich?

Mit dem Musikpsychologen Gunter Kreutz

Ist Singen gut fürs Immunsystem? Warum sind Chöre wichtig für unsere Gesellschaft? Und warum könnte es sich auch für Atheisten lohnen, Mantras zu rezitieren? Suzanna, selbst begeisterte Chorsängerin, spricht diesmal mit Gunter Kreutz über die wissenschaftlich belegten Vorteile des Singens, über Kuschelhormone und Immunglobuline, über Empathizer und Systemizer. Der Oldenburger Musikwissenschaftler plädiert für eine Aufwertung der musikalischen Früherziehung, sorgt sich um Gesangstraumatisierte und warnt vor einer Stigmatisierung des Singens durch die Corona-Krise. Und er berät Suzanna, welche Songs sie auf der Raumstation ISS singen könnte.

Was war das Geheimnis der Kastraten?

Mit der Musikwissenschaftlerin Corinna Herr

Zwei kleine Messerschnitte mit weitreichenden Folgen: Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden Jungen kastriert, damit sie schöner singen. Aber warum waren ausgerechnet hohe Männerstimmen im Barock so gefragt? Wie war es, als Kastrat zu leben? Und wie erreichen heutige Countertenöre ähnlich schwindelerregende Höhen? Corinna Herr erforscht seit vielen Jahren das Geheimnis der Kastraten. Ohne diese einstigen Gesangsstars, meint sie, hätte sich die Oper nie so entwickelt, wie sie es getan hat. Im Gespräch mit Suzanna erklärt sie, dass das, was wir heute als typisch männlich und typisch weiblich betrachten, ein Konstrukt des 19. Jahrhunderts ist, und beleuchtet das erneute Aufbrechen der Geschlechterrollen in der Popkultur, etwa bei Freddie Mercury oder David Bowie.

Kann man das absolute Gehör trainieren?

Mit dem Neurowissenschaftler und Kirchenmusiker Peter Schneider

Nicht mal einer von 1000 Menschen hat es: das absolute Gehör, also die Fähigkeit, einen beliebigen Ton zu hören und sofort sagen zu können, um welche Tonhöhe es sich handelt. Ist diese seltene Fähigkeit angeboren? Nicht nur, sagt Peter Schneider, Leiter der AG "Musik und Gehirn" an der Uniklinik Heidelberg und selbst Absoluthörer. Er hat einen Test entwickelt, wie man das absolute Gehör messen kann, und herausgefunden, wo man diese Fähigkeit im Gehirn lokalisiert. Im Gespräch mit Suzanna diskutiert er, wie man das absolute Gehör trainiert, ob Menschen mit absolutem Gehör musikalischer sind und warum ein Blick ins Gehirn verrät, welches Instrument zu einem passt.

Was machen Dirigentinnen anders als Dirigenten?

Mit der Dirigentin Marie Jacquot 

Als Teenagerin strebte sie in den Tennissport, heute dirigiert sie an den großen Opernhäusern der Welt: Marie Jacquot ist einen ungewöhnlichen Weg gegangen. Die Französin ist erste Kapellmeisterin an der Deutschen Oper am Rhein – und behauptet sich in einem immer noch männerdominierten Berufsfeld. Wie Suzanna, die als Astrophysikerin immer wieder dem Vorurteil begegnet ist, Naturwissenschaft sei nichts für Frauen und Raumfahrt nur etwas für mutige Männer. In einem Podcast-Special zum Internationalen Frauentag treffen sich die beiden zu einem Erfahrungsaustausch über flache Hierarchien, weiblichen Führungsstil und die Frage, warum es die skandinavischen Länder besser machen.

Welchen Einfluss haben Neue Medien auf unser Hören?

Mit dem Musik- und Medienwissenschaftler Nicolas Ruth

Statistisch gesehen konsumieren Menschen pro Tag ungefähr zweieinhalb Stunden Musik. Die Hälfte unseres Musikkonsums läuft dabei über Streamingdienste – Tendenz steigend. Das hat eine Studie der International Federation of the Phonographic Industry ergeben. Aber verändern Neue Medien eigentlich die Art, wie wir Musik hören? Oder sogar, wie heute Musik klingt? Genau hier setzt Musik- und Medienwissenschaftler Nicolas Ruth von der Universität Würzburg bei seinen Forschungen an. Mit Suzanna spricht er über manipulierbares Hörverhalten, Internetpiraterie, Anpassungen des Musikmarktes, den daraus folgenden Einfluss auf Kompositionen und auch über seine aktuelle Studie zu Veränderungen im Musikkonsum während der Pandemie.

Wie entsteht musikalischer Geschmack?

Mit dem Musiksoziologen Michael Huber

Musik, die wir im Alter zwischen 15 und 23 Jahren hören, prägt uns nachhaltig und begleitet uns ein Leben lang. Doch woher kommt unsere Vorliebe für bestimmte Musik genau? Was sagt das darüber aus, wo ich in der Gesellschaft stehe? Und gibt es eigentlich einen weiblichen oder männlichen Musikgeschmack? Den Menschen fällt es auf jeden Fall leichter zu sagen, was ihnen nicht gefällt, so Michael Huber. Mit Suzanna spricht der Musiksoziologe über seine Studie zum Musikgeschmack der Österreicher, über geschlechterspezifische Unterschiede beim Musikhören, wieso frühe musikalische Erfahrungen für Kinder immens wichtig sind und warum wir uns alle zu musikalischen Allesfressern entwickeln.

Wie wird Musik politisch instrumentalisiert?

Mit der Musikwissenschaftlerin Yvonne Wasserloos

Ob bei Fußballspielen, Parteitagen oder Staatsakten - Musik spielt auch jenseits des Konzertsaals eine wichtige Rolle. Klänge sind mehrdeutig, jeder empfindet sie etwas anders, und trotzdem können sie Menschen vereinen. Woher kommt diese Wirkung? Warum kann Musik politisch instrumentalisiert werden? Die Musikwissenschaftlerin Yvonne Wasserloos ist Leiterin des Zentrums für Verfemte Musik in Rostock und hat sich intensiv mit dem Verhältnis von Musik und Staat auseinandergesetzt. Suzanna spricht mir ihr darüber, wie Neonazis mit Musik neue Anhänger rekrutieren, warum Autokraten wie Putin Angst vor der Macht der Musik haben und wo Singen ein politisches System zum Einsturz gebracht hat.

Die Astrophysikerin Suzanna Randall fasziniert das Grenzenlose und Unbekannte. Sie strebt nach neuen Erkenntnissen, will fremde Welten entdecken und als erste deutsche Frau ins All fliegen. Seit 2018 bereitet sie sich intensiv auf einen Aufenthalt auf der ISS vor. Bei der ESO in Garching bei München erforscht sie pulsierende Sterne und arbeitet für ALMA – eines der größten Teleskope auf der Erde. Seit 2020 vermittelt Suzanna Randall wissenschaftliche Themen auf dem ZDF-YouTube-Kanal "TerraX Lesch & Co". Sie möchte junge Menschen – besonders Frauen - für MINT-Fächer begeistern. In ihrer Freizeit fliegt Suzanna Randall Gleitschirm, spielt Klavier und singt im Chor.

Klassische Musik

Vom Kammerkonzert bis zum Orchesterabend: Klassische Musik begeistert durch ihre Vielfalt und Virtuosität.

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