Podcast

Zur Person - Künstler:innen aus dem internationalen Musikleben

Persönlichkeiten aus dem internationalen Musikleben sind zu Gast in SWR2. Im Gespräch erzählen sie über ihr Leben, ihre Musik und ihren Werdegang.

Daniel Barenboim - Musiker, Weltbürger, Philosoph, Friedensbotschafter

Daniel Barenboim zählt zu den zentralen Künstler:innenpersönlichkeiten der Gegenwart, als Pianist, Dirigent und Initiator viel beachteter Projekte. Geboren in Buenos Aires, zieht er mit 10 Jahren nach Israel und gilt da schon als Wunderkind am Klavier. Ehrungen erhielt er außer für seine künstlerische Arbeit auch für sein Engagement einer Versöhnung zwischen Israel und Palästina. Jetzt feiert er seinen 80. Geburtstag.

Der Tenor Rolando Villazón

Rolando Villazón ist nicht nur einer der bekanntesten Tenöre unserer Zeit, Regisseur und Leiter der Salzburger Mozartwoche sondern auch Kulturbotschafter Mexikos, Karikaturist, Roman-Autor und Clown-Doktor. In seinem Künstlerberuf hat er schon Hochs und Tiefs erlebt, für unbezahlbar aber hält er den Wert des Lachens und den einer positiven Lebenseinstellung.

Der Dirigent Kevin John Edusei - kreativ und experimentierfreudig

Kevin John Edusei zählt zu den Shootingstars der jüngeren Dirigenten Generation, acht Jahre lang als Chefdirigent der Münchner Symphoniker, inzwischen international. Immer wieder wird er für seine musikalische Spannung und Dramatik gelobt, mit einem klaren Gefühl für Architektur und Detailtreue. Typisch für ihn, gerade auch als schwarzer Musiker sein kritischer Blick auf die Konventionen des Klassikbetriebs.

Der Vibrafonist und Komponist Pascal Schumacher - komponierender Improvisateur

Pascal Schumachers Musik lässt sich in keine Schublade stecken. Von Klassik über Jazz zu Ambient und Live-Elektronik. Der heute 43-Jährige studierte klassisches Schlagwerk, Jazzvibrafon und Musikwissenschaften in Brüssel, Straßburg und in Den Haag, und ist heute genauso auf der Bühne der luxemburgischen Philharmonie zu Hause wie in Jazzclubs auf der ganzen Welt.

Malte Giesen – Dinge ausprobieren

Malte Giesen leitet seit 2021 das Studio für Elektroakustische Musik an der Akademie der Künste in Berlin. Seine Stücke sind im besten Sinne politisch informiert, verlieren aber nie das Musikalische aus den Augen. "Ich langweile mich schnell", sagt der Komponist, "und probiere sehr oft ganz andere Dinge aus". Bei den Donaueschinger Musiktagen 2022 wird Malte Giesens Ensemblestück stock footage piece 2: type beats uraufgeführt.

Die Sopranistin Nuria Rial

Pur – mit diesem Wort lässt sich der Gesang von Nuria Rial wohl am besten beschreiben. Klar und unprätentiös sind die Interpretationen der spanischen Sopranistin – und dabei immerzu berührend. Ob in der Alten Musik, oder auch bei französischem oder spanischem Impressionismus. Pur wie ihr Gesang ist auch Rials Persönlichkeit: Ganz ohne Starallüren, durch und durch sympathisch.

Der Bariton Ettore Bastianini – schwarzsamtiger Bariton

Wer kennt heute noch Ettore Bastianini? Als der italienische Sänger 1967 im Alter von nur 44 Jahren starb, verlor die Opernwelt eine der schönsten Stimmen des 20. Jahrhunderts. Mit seinem unverwechselbaren schwarzsamtigen Bariton betörte er Publikum, Kollegen und Kritiker Ettore Bastianini wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden, sein innigster Wunsch war: man möge sich seiner erinnern.

Der Dirigent Frank Strobel – engagierter Protagonist der Filmmusik

Frank Strobel ist DER Dirigent für Filmmusik, und zwar nicht mit kleinen Soundtrack-Häppchen, sondern mit Gesamtkunstwerken aus Klängen und bewegten Bildern. Strobel ist einer der Pioniere in diesem Genre, und hat mit seinem Engagement auch viele Filmmusikschätze aus der Frühzeit des Kinos gerettet. Besonders spektakulär die Realisation der Musik von Gottfried Huppertz zu Fritz Langs legendärem Film "Metropolis".

Die Dirigentin Emmanuelle Haïm – frei denkend und leidenschaftlich

Emmanuelle Haïm ist, wie sie selbst sagt besessen von Musik, und lebt beim Dirigieren alle Emotionen aus, nicht umsonst hat sie den Beinamen "Mrs. Dynamite des französischen Barocks". Das trifft vor allem zu bei ihrer Arbeit mit ihrem eigenen Barockensemble "Le Concert d' Astrée". Seine Markenzeichen: eine farbige und überschäumende Klangsprache und fantasievolle Geschichten in Musik, Gesang, Schauspiel und Tanz.

Die Sopranistin Sandrine Piau – Charismatische Verzauberin

"Enchantresses", Zauberinnen, oft singt Sandrine Piau solche Rollen, und zieht dabei mit ihrem ewig jungen Sopran ihre Hörer in den Bann. Gleich, ob mit barockem Repertoire, mit Mozartopern, als Melisande in Debussys "Pélleas" oder in Liederabenden: Sie durchdringt die Musik ganz mit den feinsten Gefühlsverästelungen, mal verträumt, zart, verspielt, dann wieder melancholisch, bissig, wütend und schneidend.

Mehmet Yeşilçay vom Pera-Ensemble – Alte Musik trifft osmanische Musiktradition

as Pera-Ensemble, gegründet von Mehmet Yeşilçay, verbindet Alte Musik mit osmanischer Musiktradition. Mehmet Yeşilçay lebt seit seiner Kindheit in München (diniert aber am liebsten in Istanbul), und hatte als türkischer Deutscher oder deutscher Türke schon früh die Vorstellung einer Verschmelzung klassisch-türkischer Kunstmusik mit abendländischer Barockmusik.

Die Mezzosopranistin Lea Desandre: "Singen ist wie eine Massage"

"Sie erweckt alles, was sie anfasst, zu Leben und Schönheit", schreibt die Times über Lea Desandre. Klar und wendig ist ihr Mezzosopran, ausdrucksstark ihre Bühnenpräsenz. Ihre neue CD "Amazone" wird mit Preisen überhäuft, vor Einladungen an die großen Opern- und Konzerthäuser kann sie sich kaum retten. Gut, dass Lea Desandre in ihrer Ballettausbildung gelernt hat, die ideale Balance zwischen Spannung und Entspannung zu finden.

Der Musikerfotograf Marco Borggreve – klingende Augenblicke

Der Fotograf Marco Borggreve hat sie alle vor seiner Kamera gehabt: Nikolaus Harnoncourt oder Tabea Zimmermann, Patricia Kopatchinskaja, Jörg Widmann oder Fazil Say. Seit Jahrzehnten ist er der führende Musikerfotograf in der Klassik-Szene, mit einem geradezu legendären musikalischen Instinkt. Doch wer ist der unscheinbare Mann hinter den ausdrucksstarken Künstler-Porträts, die so unverwechselbar sind?

Die Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager – brillant und seelenvoll

Die Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager singt an den großen Opern- und Konzerthäusern der Welt, ist vierfache ECHO-Preisträgerin, leidenschaftliche Pädagogin und hat auch einen Grammy Award zu Hause stehen. "Man kann das Publikum nur in Schwingung versetzen, wenn man selber auch schwingt", sagt sie, und sieht sich als eine Art Transporteurin, die "ein Musikstück zum Leben erweckt und es den Menschen weiterreicht."

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Eine Produktion von SWR2, Südwestrundfunk

Podcast: Klassische Musik

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