Gastgeber Christoph Sieber, Karen Dahmen, Michael Hatzius, Joyce Ilg, Martin Maier-Bode, Philip Simon, die beiden Musiker Tobi Hebbelmann und Till Menzer sowie die Stargäste Wilfried Schmickler und Uwe Lyko alias "Loki und Smoky" gestalten die Jubiläumsausgabe der am längsten existierenden Kabarettsendung im deutschsprachigen Fernsehen.
35 Jahre, das heißt: Die "Mitternachtsspitzen" sind so jung wie Adele, Beatrice Egli, Lena Gercke, Max Giesinger, Kevin Großkreutz, Angelique Kerber, Robert Lewandowski, Rihanna oder Conchita Wurst. 35 Jahre, das heißt aber auch: Kabarettist Richard Rogler, erster Gastgeber der "Mitternachtsspitzen", begrüßte das Publikum noch im geteilten Deutschland.
Er und sein Nachfolger Jürgen Becker sowie Wilfried Schmickler und Uwe Lyko alias Herbert Knebel, inzwischen Gastgeber Christoph Sieber gemeinsam mit Philip Simon beobachteten insgesamt immerhin neun Bundestagswahlen und unzählige Landtagswahlen, spendeten auf ihre Art Trost in der Corona-Pandemie und in den Monaten des Lockdown, halfen bei der Bewältigung von Krisen und mehreren Kriegen.
Im ersten Corona-Lockdown spendeten zahlreiche Mitternachtsspitzen-Künstlerinnen und -Künstler Trost und Zuversicht, einzeln aufgezeichnet im privaten Umfeld oder im Freien.
Jürgen Becker, Wilfried Schmickler, Uwe Lyko und Susanne Pätzold sowie die Gäste Urban Priol, Johann König und Philip Simon. Als im ersten Corona-Lockdown kaum was ging, unterhielt diese kleine Künstlerschar trotzdem mitten im Clouth Quartier im Kölner Stadtteil Nippes die Anwohner rundum: Einzelne wie auch Familien oder Wohngemeinschaften verfolgten das kabarettistische Geschehen an Fenstern, auf Balkonen, Terrassen und Flachdächern in Hör- oder Sichtweite. Nicht nur wegen des gemeinsamen Singens beim Finale für alle Beteiligten wie auch das Fernsehpublikum eine höchst emotionale Stunde.
Vor genau zehn Jahren blickten Bettina Böttinger, Jürgen Becker, Uwe Lyko, Richard Rogler und Wilfried Schmickler gemeinsam auf das erste Vierteljahrhundert der Mitternachtsspitzen.
"Die Mauer muss weg, die Mauer muss weg!" Vor knapp 35 Jahren skandierten diesen Satz Hunderttausende, die den so genannten antifaschistischen Schutzwall mitten in Deutschland endlich beseitigt sehen wollten. "Die Brandmauer steht!" Das hoffen heute - oder beschwören mit diesem Satz - all jene, die nichts mit den politisch extrem rechts Stehenden oder gar Rechtsradikalen zu tun haben wollen. Doch die gedankliche Brandmauer ist leider längst löchrig, was Gastgeber Christoph Sieber anhand nachprüfbarer Fakten schlüssig darlegen kann. Wunschvorstellungen und Wirklichkeit, Fakten und Fakes, verdrehte Tatsachen vor allem in politischen Diskussionen beschäftigen auch Philip Simon, der sich immer wieder in einen Spind zurückzieht - ähnlich wie in der Vergangenheit Diogenes -, um bei all den Verrücktheiten der Gegenwart einen klaren Kopf zu bewahren.
Versöhnung ist den "Mitternachtsspitzen" zwar stets ein Anliegen, doch kurz vor den langen Sommerferien selbstverständlich ein ganz besonderes. Ausführlich und in aller Ruhe widmen sich daher Christoph Sieber und sein kabarettistisches Team den höchst unterschiedlichen, aktuellen Beiträgen zum gesellschaftlichen Frieden.
Gastgeber Christoph Sieber, Michael Hatzius, Philip Simon, Musiker Tobi Hebbelmann sowie die Gäste Karen Dahmen, Stefan Danziger, Eva Karl-Faltermeier und Wilfried Schmickler gestalten die Mitternachtsspitzen. Und es gibt sie noch, die guten Nachrichten: Der FC Bayern München wird nicht zwingend Deutscher Meister im Herrenfußball. Der Freistaat Bayern darf auf die Umwandlung in eine Monarchie hoffen - und dann auf eine Krönung wie die von King Charles III. -, denn auch der Söder-Markus will auf (s)einen Königsthron. Alle SPD-Anhänger, SPD-Mitglieder und -Wähler verstehen künftig wieder ihre Partei, weil die "Mitternachtsspitzen" durch eine politische Analyse final Klarheit schaffen. Die ärmeren Kinder in Deutschland müssen sich nicht sorgen, dass ihre Eltern neue finanzielle Zuwendungen zweckentfremdet verwenden, weil es keine Kindergrundsicherung geben wird. Ganz Deutschland freut sich auf die Wärmepumpe und die Welt atmet auf, denn all die zaghaften Maßnahmen, den Klimawandel abzumildern oder zu stoppen, verschonen künftig Reiche und Superreiche, deren Lebenswandel also nach wie vor Trost spendet wie sonst nur Heile-Welt-Fernsehen.
Die Ampel-Koalition in Berlin funktioniert reibungslos. Bundeskanzler Olaf Scholz spricht in einfacher Sprache. Die GRÜNEN rüsten beim Nachdenken über Ukraine-Hilfen verbal ab. Die FDP unterstützt ein Tempolimit und das Aus für den Verbrennungsmotor. Und die CDU/CSU stimmt der Wahlrechtsreform freudig zu. Die Prominenten am linken oder rechten Rand der LINKEN oder der AfD ziehen sich stillschweigend für immer ins Privatleben zurück. Die Bundeswehr bringt sich effizient und flott in Bestform. Im politischen Alltag gibt es keine Schönfärberei mehr. Soziale Medien sind frei von Hass und Hetze. Verschwörungstheoretiker suchen freiwillig therapeutische Hilfe. Die Lebensmittel-Industrie reduziert den Einsatz von Zucker radikal. Das Bankenwesen agiert verantwortungsbewusst und transparent. Dank neuer Verkaufsstrategien können alle Kaufhäuser gerettet werden. His Majesty King Charles III. kündigt bei seinem Staatsbesuch in Berlin die Absicht der britischen Regierung an, den Ausstieg aus dem Brexit zu wagen. April, April – oder anders: Ausreichend Scherz-Material für Christoph Sieber und sein kabarettistisches Team.
Gastgeber Christoph Sieber, Michael Hatzius, Martin Maier-Bode, Luisa Charlotte Schulz, Philip Simon, Musiker Tobi Hebbelmann sowie die Gäste Okan Seese und Archie Clapp, Lisa Feller und Bodo Wartke gestalten die neunte Ausgabe während des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Selbstverständlich haben in den "Mitternachtsspitzen" auch Gehörlose ein Mitspracherecht, und deshalb: Auftritt Okan Seese, dessen Gebärdensprache von Archie Clapp pointengetreu übersetzt wird. Selbstredend gehört in den "Mitternachtsspitzen" auch Frauen die Bühne, und daher: Auftritt Lisa Feller, die ohne Furcht "ChatGPT" und "künstliche Intelligenz" getestet hat. Selbstverständlich sind singende Männer am Klavier nicht immer Barpianisten. Also: Auftritt Bodo Wartke, der in seinem musikalischen Kabarett mit natürlicher Intelligenz Millionen begeistert.
Gute Vorsätze! 2023 soll einiges besser werden als 2022! Gastgeber Christoph Sieber und seine kabarettistische Crew können wieder mal ein Füllhorn an Themen ausschütten und damit, weil Humor ja angeblich heilsam ist, dem Publikum im Kölner Wartesaal am Dom wie auch dem Publikum am Rande aller digitalen Verbreitungswege der Mitternachtsspitzen den Start in ein neuerlich schwieriges Jahr erleichtern.
WDR | seit 1988 | monatliche Sendung
Gastgeber und Gastgeberinnen: Christoph Sieber, Philip Simon, Luisa Charlotte Schulz, Michael Hatzius, Tobi Hebbelmann
Autoren: Dr. Dietmar Jakobs, Martin Maier-Bode
Regie: Helmut Zanoskar, Karin Kedem
Redaktion: Klaus Michael Heinz, Aysel Ersoy
Produktion: Uli Wilkes, Ralf Lohr
Produktionsleitung: Dirk Piepenbring
Aufnahmeleitung: Andrea Schmitter