Podcast

Queerer Deutschrap

"Queerer Deutschrap" beleuchtet die Historie von Queerem Rap und erzählt die Geschichten queerer Artists aus ihrer eigenen Perspektive.

Dieser Podcast ist eine (selbst-)kritische Auseinandersetzung mit dem problematischen Verhältnis von HipHop zu Queerness, zeigt Zusammenhänge und strukturelle Probleme auf und versucht zu verstehen, was sich dringend ändern muss und wie das gehen könnte.

Folge 1: Wie passen Deutschrap und Queerness zusammen?

In der ersten Folge widmen sich Falk und Podcast-Gast Finna grundsätzlichen Fragen: Wie klingt queerer Deutschrap? Wer macht in Deutschland richtig nicen, queeren Rap? Welche verschiedenen Perspektiven gehören zur LGBTQIA+-Community? Warum ist queerer Rap noch nicht so sichtbar? Und wie kann man das ändern? Welche Probleme bringt konkret Rap mit für die queere Community? Und was hat sich in den letzten Jahren in der Gesellschaft sowie im Rap getan? Auf diese Fragen finden Finna, Avery, Ebow, JnnrHndrxx, Sir Mantis, Sookee und Kay Shanghai und Falk Schacht Antworten.

Folge 2: Wer waren die ersten schwulen Rapper?

In dieser Folge beschäftigt sich Falk mit der Frage, wer die ersten schwulen Rapper waren - international wie im deutschsprachigen Raum: von der Gruppe Age of Consent aus Los Angeles, die 1981 schon Songs gegen Schwulen-Bashing gemacht haben, bis zu Operator Burstup von Schönheitsfehler, einer der ersten Rap Crews Österreichs Anfang der 90er-Jahre! Im Podcast wird die Geschichte von Juicy Gay aufgerollt, der 2014 als vermeintlich erster schwuler Deutschrapper in die Szene geknallt ist. Falk fragt nach: Warum hat Juicy Gay das damals gemacht? Wie denkt er heute darüber? Wie nahmen Artists aus der Szene Juicy Gay - heute Juicy Süß - vor und nachdem herauskam, dass Juicy Gay doch nicht schwul ist - wahr? Und: Spotlight auf die Karrieren von Kay Shanghai und Ash M.O., die den Titel "erster schwuler Rapper in Deutschland" eigentlich verdient hätten. "Queerer Deutschrap" hinterfragt mit ihnen und anderen queeren Rapper:innen, wie wichtig dieser Titel überhaupt ist.

Folge 3: The Gay Rapper: Zwangsouting und toxische Männlichkeitsbilder

In dieser Folge geht es um eine Legende, die sich seit den 90er-Jahren im HipHop erzählt wird: Unter den erfolgreichsten Rappern gäbe es einen schwulen, nicht-geouteten Rapper - und den gelte es zu finden und in der Öffentlichkeit unfreiwillig zu outen. Mit Ebow, Lia Sahin, Sir Mantis, Sookee und Kay Shanghai analysiert Falk, wie bei dieser Hetzjagd nach "The Gay Rapper" nicht nur Homophobie, sondern auch toxische Männlichkeitsbilder eine Rolle spielen und warum solche Männlichkeitsbilder im Rap besonders ausgeprägt sind. Außerdem geht es darum, warum schwuler Sex in der Musik immer noch ein Tabu ist, wie Zwangsoutings bis heute als Waffe eingesetzt werden und wer Profit schlägt aus dieser Hetzjagd. Thema ist auch das freiwillige Outing von Lil Nas X kurz nach dem Release von "Old Town Road" und seiner extrem erfolgreichen Karriere, die Türen für andere queere Artists öffnen kann.

Folge 4: Wer war die erste lesbische Rapper:in?

In dieser Folge geht es um die ersten queeren Frauen im HipHop. Mit welchen Problemen haben vor allem lesbische und bisexuelle Frauen im Rap zu kämpfen? Welche Bedeutung haben feministische Netzwerke und Tonstudios von Producer:innen wie Spoke, Sir Mantis oder Finna? Für Antworten hat sich Falk auf die Suche gemacht nach den ersten queeren Frauen, die HipHop gemacht haben. Denn auch wenn die lesbischen Perspektiven auf Rap weniger dokumentiert sind, gibt es sie schon seit den 80er-Jahren: DJ Page Hodel war eine dieser Pionier:innen, die mit ihren Partys erste safe spaces für HipHop-affine Queers geschaffen hat. Dank Finna geht es erstmals um die spannende Geschichte von Marylin T., der ersten lesbischen Rapperin. Ausschnitte der für diesen Podcast digitalisierten Tapes von Marylin T. zeigen nicht nur ihre lyrische Stärke, sondern auch krasse Parallelen zu aktuell erfolgreichen queeren Rapper:innen wie Badmomzjay.

Folge 5: Wie wird man Ally für queere Artists?

In dieser Folge möchte Falk lernen, wie man besonders als nicht queere Person queere Artists supporten kann. Dafür setzt sich Falk selbstkritisch mit Äußerungen aus seiner Vergangenheit auseinander und spricht mit Flowin Immo, Björn Beton von Fettes Brot, Retrogott und Megaloh über ihre Solidarisierungsversuche. Avery, Ebow, Lia Sahin, Sir Mantis, Finna, Kerosin95 und Sookee erklären, wie sie zu den Songs "Damenwahl" von Flowin Immo oder "Schwule Mädchen" von Fettes Brot stehen, wie sie den Wandel von Rappern wie Retrogott und Megaloh, die nachträglich ihre queerfeindlichen Texte ändern, wahrnehmen, und was es wirklich braucht, um ein:e gute:r Ally für queere Artists zu sein. Es geht auch darum, was es in queeren Artists auslöst, wenn Hetero-Männer sich auf der Bühne küssen und warum ausgerechnet Bushido mit einem Regenbogenshirt für Aufsehen gesorgt hat.

Folge 6: Trans* Perspektiven im Rap und Intersektionalität

In der letzten Folge beschäftigt sich Falk mit trans* und nicht-binären Perspektiven im und auf Rap. Dafür spricht er mit der ersten trans* Frau, die jemals gerappt hat: Zazie de Paris. Zazie erzählt von ihrem Leben im Berlin der 80er, wie sie damals zum Rap gekommen ist, und wie wichtig mediale Repräsentation für trans* Personen ist. Die Künstler Kerosin95 und Sir Mantis berichten von den Barrieren für trans* Personen in der Musikbranche heute und wie übergriffig die Berichterstattung oft ist. Außerdem in dieser Folge: Intersektionalität, also Mehrfachdiskriminierung. Artists Avery, Jnnrhndrxx, Lia Sahin und Sir Mantis erklären Falk, wie queere Rapper:innen von weiteren Diskriminierungsformen wie Rassismus und Klassismus betroffen sind. Zum Abschluss fragt Falk, wie queerer Rap endlich den Weg in den Mainstream finden und wie die Zukunft von queerem Deutschrap aussehen kann.

PULS | seit 2022 | 6 Folgen
Moderation: Falk Schacht
Mit Unterstützung vieler mitwirkender Artists der Deutschrap-Szene
Eine Produktion des Bayerischen Rundfunk

Hip Hop

Hip Hop – dazu gehören nicht nur Breakdance, Graffiti und Beatboxing, sondern auch politische Texte. Verwurzelt im afroamerikanischen Funk und Soul kam der Stil in den Achtzigern auch in Europa an. Und entwickelt sich bis heute weiter.

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