Historische Aufführung mit Gunther Emmerlich

Zur Wiedereröffnung der Semperoper: Der Freischütz in Dresden

Der 13. Februar 1985 vereinte Opernfreunde in Ost und West: Nach 40 Jahren wurde die Semperoper in Dresden mit dem "Freischütz" feierlich wiedereröffnet. Historische Aufführung mit Gunther Emmerlich.

Der Freischütz: Historische Aufnahme der Premiere einer Romantischen Oper von Carl Maria von Weber

Aufzeichnung der feierlichen Wiedereröffnung aus der Semperoper

Am 13. Februar 1985 wurde die Semperoper in Dresden wiedereröffnet – vier Jahrzehnte nach ihrer völligen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Letzter Spieltag der alten Semperoper war der 31. August 1944; auch an diesem Tag wurde „Der Freischütz“ gegeben. Die Eskalation des Krieges führte dazu, dass keine weiteren Aufführungen zu dieser Zeit mehr erfolgen konnten. Vierzig Jahre später, kam es zur Wiedereröffnung, und „Der Freischütz“ war das erste Werk, dass man aus diesem Anlass präsentierte.

Der Freischütz: Romantische Oper von Carl Maria von Weber

Die Uraufführung des "Freischütz" am 18. Juni 1821 - am Jahrestag der Schlacht von Waterloo - war ein musikdramatischer Paukenschlag. Das Publikum im Königlichen Schauspielhaus zu Berlin tobte. Die Ouvertüre und das Lied der Brautjungfern mussten da capo gegeben werde. Das deutschsprachige Musikdrama hatte die europäische Bühne betreten, die 200 Jahre lang von italienischen und französischen Werken dominiert wurde.

Die Leipziger "Allgemeine Musikalische Zeitung" schrieb: "Kinds und Webers Freischütz ist aber auch eine echt deutsche Oper. Ja, man kann in gewisser Hinsicht sagen, sie hat in sich selbst die erste in jeder Beziehung rein deutsche Nationaloper hingestellt." Das Libretto schrieb der Leipziger Johann Friedrich Kind nach einer mitteldeutschen Gespenster-Sage. In ihr kommt alles zusammen: Märchen, Schicksal, Liebe, Absturz und Höllenqualen.

Ein Symbol der Wiedervereinigung vor dem Mauerfall

Nach tausenden Aufführungen in aller Welt wurde die Oper in Dresden letztmalig 1944 aufgeführt. Nach der Zerstörung der Stadt durch das Bombardement am 13. Februar 1945 blieb die Semperoper bis 1985 eine Ruine. Zur Wiedereröffnung des Opernhauses im Februar 1985 erlebte der "Freischütz" seine Wiederaufführung und wurde damit auch Jahre vor der Wiedervereinigung zum verbindenden Ereignis in Ost- wie in Westdeutschland.

Der Jägerbursche Max, der schon seit einiger Zeit vom Pech verfolgt wird, soll vor dem Fürsten einen Probeschuss abgeben, der ihm die Erbförsterei und die Hand der Tochter des Erbförsters Kuno bringen soll. Um diese Probe zu bestehen, lässt er sich von dem Jägerburschen Kaspar dazu überreden, sich der Hilfe des Schwarzen Jägers Samiel zu versichern und im Wald Freikugeln zu gießen. Er weiß nicht, dass Kaspar dem Schwarzen Jäger ein neues Opfer bringen muss, das die Braut Agathe sein soll. Der Probeschuss tötet jedoch nicht Agathe, sondern Kaspar. Max darf Agathe nach einem weiteren Jahr Probezeit heiraten.

Credits

DDR Fernsehen/MDR | 1985 | 146 Min.
Libretto: Johann Friedrich Kind
Musik: Carl Maria von Weber
Einstudierung: Hans-Dieter Pflüger
Musikalische Leitung: Wolf-Dieter Hauschild
Bühnenbild und Kostüme: Bernhard Schröter
Tonregie: Heinz Jäckerl, Wolfram Pagels
Bildschnitt: Rolf Wellingerhof
Technische Leitung: Horst Waschke, Rainer Kirsch
Kamera: Hans Krenitz, Joachim Bobey, Jürgen Lubosch, Carsten Körner, Günter Trept, Hans Mortan, Hartmut Wilhelm
Redaktion: Dagmar Stuchlik
Aufnahmeleitung: Marion Krahl, Helga Noack
Produktionsleitung: Horst Kiaulehn
Assistenzregie: Frank Schleinstein
Fernsehregie: Georg F. Mielke
Inszenierung: Joachim Herz
Es singen der Chor und Ensemble der Staatsoper Dresden, es spielt die Staatskapelle Dresden.
Eine Produktion des Fernsehens der DDR, aus der Archiven des MDR, Mitteldeutscher Rundfunk

Logo MDR (Bild: MDR)
Ein Paar auf einer Bühne in einander verschlungen.

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